Alexander Tschöpe

1989, im Alter von ca. 16 Jahren, begann ich mit traditionellem Kung-Fu (Zhou Jia Quan), begann ab 1993 zusätzlich modernes Yang-Stil-Tai Chi, im Einzeltraining bei Cheng Dong, der mehrfacher Shanghai-Meister war und lernte bei ihm die lange Form (Choreografie). Ab dem Jahr 2000 nahm ich zusätzlich Box-Unterricht und trainierte Mixed Martial Arts (MMA). Von 2001 bis 2006 trainierte ich bei einem Trainer der chinesischen Nationalmannschaft intensiv modernes chinesisches Wushu, das hauptsächlich der Ästhetik, Gewandtheit und Fitness verschrieben ist. Aufgrund zahlreicher Verletzungen versuchte ich, wieder Anschluss an mein altes Tai Chi zu finden.

Durch Zufall lernte ich im Spätsommer 2006 den Tai Chi-Meister Fernando Chedel kennen. Sofort restlos begeistert, entschloss ich mich nur noch seinem Ma Tsun-Kuen-Stil zu widmen.

Seitdem besuche ich so viele Seminare von Fernando wie möglich und versuche die Hinweise und Erkenntnisse langsam zu verinnerlichen – ein weiter, mitunter beschwerlicher, dafür aber immer wieder bereichernder Weg.

Für mich ist Tai Chi Chuan eine Art, die Welt zu betrachten; eine Philosophie, die im Gewand einer Kampfkunst daherkommt und die über die Körperarbeit Stück für Stück in uns hineinsickert. Dass sie offensichtlich ganz nebenbei gesund macht bzw. erhält (und das nicht allein im körperlichen Sinne), akzeptiere ich dankend als wunderbaren Nebeneffekt.

Wer bereit ist zu Veränderungen und zum Loslassen (alter Muster, Strukturen, Überzeugungen…) kann aus dem Training großen Nutzen ziehen, das erkenne ich mehr und mehr.

Aus Dankbarkeit gegenüber Fernando, seinem Meister und der Tradition des Tai Chi Chuan und um durch das Lehren zu lernen, habe ich mich entschlossen, das (wenige), was ich weiß, an Andere (die noch weniger wissen) weiterzugeben…